Führungsvarianten

Zusammenfassung

  • Es gibt drei Arten von Führungsvarianten: Linearführungen, Laufrollenführungen und Polymer-Laufrollenführungen
  • Linearführungen haben Führungswagen mit integrierter Kugelkette und sind für den Einsatz bei Geschwindigkeiten bis zu 5 m/s geeignet
  • Laufrollenführungen charakterisieren sich durch ein in ein Aluminiumprofil integriertes, staubgeschütztes Laufrollensystem und kommen bei Geschwindigkeiten bis zu 15 m/s zum Einsatz
  •  Polymer-Laufrollenführungen sind speziell für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie oder im Nassbereich konzipiert und werden bei Geschwindigkeiten von maximal 7 m/s verwendet

Im Bereich der Linearachsen werden drei verschiedene Arten von Führungsvarianten eingesetzt, die für jeweilig spezifische Anwendungen ausgelegt sind. Es kann zwischen Linearführungen, Laufrollenführungen und Polymer-Laufrollenführungen gewählt werden, die jeweils an bestimmte Anwendungsanforderungen angepasst sind. Die Parameter und Anforderungen, die in diesem Beitrag genannt werden, beziehen sich auf NTN-Linearachsen der Marke SNR.

Linearführungen

Hinsichtlich der Linearführungen lässt sich sagen, dass ausschließlich Führungswagen mit integrierter Kugelkette verwendet werden. Eine Linearführung mit Kugelketten gilt zudem als langzeitwartungsfrei, bietet optimales Laufverhalten sowie ein sehr hohes Toleranzausgleichsvermögen, das insbesondere bei der Verwendung von parallelen Achsen erforderlich ist. Linearführungen sind für den Einsatz bei Geschwindigkeiten bis zu 5 m/s geeignet. Im Allgemeinen besitzen sie außerdem, verglichen mit der konventionellen Ausführung, ein niedriges Geräuschniveau.

In der Regel werden bei den Linearführungen immer Führungswagen mit integrierten Kugelketten eingesetzt; lediglich in sehr seltenen Sonderanwendungen wird von diesem Grundsatz abgewichen.
Laufrollenführungen

Bei den Laufrollenführungen handelt es sich um ein staubgeschütztes Laufrollensystem, das im Aluminiumprofil der Linearachsen integriert ist. In diesem Fall gibt es geschliffene und gehärtete Stahlwellen, die in das Aluminiumprofil gepresst sind und als Laufbahnen dienen. Die Laufrollen sind zweireihige Schrägkugellager mit einem profilierten Außenring, die für maximale Geschwindigkeiten bis zu 15 m/s geeignet sind. Dabei besitzt jedes Führungssystem vier, sechs oder acht Laufrollen, wovon jeweils die Hälfte über Exzenter einstellbar sind, um ein spielfreies System zu erzielen. Die Anzahl der Laufrollen hängt von Baugröße und Typ der Linearachse ab.

Charakteristisch für Laufrollenführungen ist das speziell geformte Aluminiumprofil, das die geschliffenen Stahlwellen, die die Funktion der Laufbahnen haben, aufnimmt.
Polymer-Laufrollenführungen

Die Polymer-Laufrollenführungen sind spezielle Ausführungen, die für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie oder im Nassbereich konzipiert sind. Da es sich hierbei um Kunststoffrollen handelt, befinden sich ihre Laufbahnen direkt auf den Innenflächen des Aluminiumprofils. Darüber hinaus wird die Spielfreiheit bei diesem Typ durch ein Federelement, das in der zweiteiligen Schlitteneinheit integriert ist, erzielt. Polymer-Laufrollenführungen sind für Anwendungen geeignet, bei denen Geschwindigkeiten von höchstens 7 m/s auftreten. Das Führungssystem besteht immer aus zwölf Laufrollen, um Kräfte in alle Richtungen aufnehmen zu können.

Die Polymer-Laufrollenführungen kommen in besonders sensiblen Anwendungsgebieten zum Einsatz, zum Beispiel im Lebensmittelbereich.
Die drei Führungssysteme im Vergleich

Wie bereits in den vorigen Absätzen angeklungen ist, bringen alle Führungssysteme selbstverständlich ihre Vor- und Nachteile mit sich. In der Tabelle sind die wichtigsten Aspekte nochmal detailliert und im direkten Vergleich aufgelistet.

  Vor­tei­le Nach­tei­le
Li­near­füh­rung • sehr ho­he Trag­fä­hig­keit
• ho­he Stei­fig­keit
• ho­hes To­le­ranz­aus­gleichs­ver­mö­gen
• hö­he­re Ko­sten
• ma­xi­ma­le Ge­schwin­dig­keit von 5 m/s
Lauf­rol­len­füh­rung • sehr ko­sten­gün­stig, be­son­ders bei gro­ßen Hü­ben
• Ma­xi­mal­ge­schwin­dig­keit von 15 m/s
• ge­rin­ge Trag­fä­hig­keit
Po­ly­mer­-Lauf­rol­len­füh­rung • sehr gut ge­eig­net für den Ein­satz im Nass­be­reich
• Ma­xi­mal­ge­schwin­dig­keit von 7 m/s
• sehr ge­rin­ge Trag­fä­hig­keit

Laufrollenführungen können mit 15 m/s bei den vergleichsweise höchsten Maximalgeschwindigkeiten verwendet werden.

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Überblick

Zusammenfassung

  • Es gibt drei Arten von Führungsvarianten: Linearführungen, Laufrollenführungen und Polymer-Laufrollenführungen
  • Linearführungen haben Führungswagen mit integrierter Kugelkette und sind für den Einsatz bei Geschwindigkeiten bis zu 5 m/s geeignet
  • Laufrollenführungen charakterisieren sich durch ein in ein Aluminiumprofil integriertes, staubgeschütztes Laufrollensystem und kommen bei Geschwindigkeiten bis zu 15 m/s zum Einsatz
  •  Polymer-Laufrollenführungen sind speziell für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie oder im Nassbereich konzipiert und werden bei Geschwindigkeiten von maximal 7 m/s verwendet
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