Die Lineartechnik gibt es schon sehr lange – ihre Geschichte reicht sogar bis in die Antike! Im alten Ägypten war es notwendig, schwere Lasten von einem Ort zum anderen zu transportieren, um Paläste und Pyramiden errichten zu können. Bereits damals setzte man kreative Ideen in die Tat um, denn es war natürlich nicht möglich, die Lasten einfach über den Boden zu ziehen: Um große Lasten auf Gleitkufen zu bewegen, waren große Kräfte erforderlich. Zugleich rief diese Vorgehensweise jedoch Gleitreibung hervor, durch die wiederum eine große Antriebskraft erforderlich wurde. Zwischen der Transportfläche und dem Boden wurden dann Baumstämme in Form von länglichen Rollen gelegt, was den Transport insgesamt erheblich erleichterte.
Die Lineartechnik zu Zeiten der Industrialisierung
Raus aus dem alten Ägypten, rein in die Zeit der Industrialisierung: Ein vermehrter Einsatz von Linearführungssystemen wurde infolge der Massenherstellung industrieller Maschinen erforderlich, als die gestiegenen Anforderungen an Geschwindigkeit, Präzision, Leichtgängigkeit und Effizienz gedeckt werden mussten. Linearführungssysteme folgten auf Wälzlager, die bei rotierenden Bewegungen zum Einsatz kommen. Zudem wurden in Linearsystemen kugelförmige Wälzkörper verbaut. Die Entwicklung der modernen Linearführungssysteme kann als Meilenstein bewertet werden.
1944 wurde in den USA eine Kugelbuchse – wie sie heute geläufig ist – mit Kugelumläufen auf einer Rundwelle entwickelt. Auf Grundlage dieser Buchse wurde an der Entwicklung einer Kugelumlaufführung, die eine an die Wälzkörper angepasste Laufbahn hat, gearbeitet. Die erste Linearführung wurde 1972 vorgestellt. Einen wichtigen Punkt stellt schließlich das Jahr 1993 dar, als man begann, Linearsysteme mit Wälzkörpern sowohl in Kugel- als auch in Rollenform herzustellen. Drei Jahre später, also 1996, wurde dann eine Linearführung mit Kugelketten präsentiert.
Die Lineartechnik heute
Seit der Antike hat sich die Art und Weise, schwere Lasten zu transportieren, signifikant verändert. Dennoch ist die moderne Lineartechnik immer noch von den ersten Ansätzen aus der Antike inspiriert. Die Wälzkörper, die zum Beispiel in Linearführungen verbaut sind, bewegen sich in heutigen Linearführungssystemen in einem geschlossenen Umlauf. Darüber hinaus gelten heute hohe Anforderungen an die Lineartechnik: Die Produkte müssen diverse Standards erfüllen, zum Beispiel hinsichtlich Präzision, Steifigkeit und Tragfähigkeit. Neben Linearführungen gibt es inzwischen weitere Arten von Linearführungssystemen, dazu zählen unter anderem Linearachsen, Kugelgewindetriebe und Kugelbuchsen. Die heutigen Linearführungssysteme finden zudem in verschiedensten Anwendungen wie Werkzeugmaschinen, Schiebetüren, Verpackungs- oder Holzbearbeitungsmaschinen Verwendung: Heutzutage kann also nicht mehr auf sie verzichtet werden.
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